Das Interview

Die beiden persönlich haftenden Gesellschafter Mathias Böger und Philipp Knittel im Gespräch über Motivation, Inhalte und Herausforderungen eines oft falsch eingeschätzten Berufsbilds.

Das Interview

Was hat Sie dazu bewogen, den Beruf des Steuerberaters zu ergreifen?

MB: Meine Vorliebe für Zahlen und das Rechnen, aber auch für das Lesen kristallisierte sich schon während meiner Schulzeit heraus. Als Konsequenz habe ich mich für diesen Beruf entschieden.
PK: Der Umgang mit dem Finanzwesen hat mich schon immer interessiert. Bis heute begeistert mich, dass der Steuerberater – entgegen der landläufigen Meinung – ein äußerst vielseitiger Beruf ist. Ein Beruf, in dem man viel Umgang mit verschiedensten Menschen hat und in dem Kommunikation eine große Rolle spielt. Ein guter Berater sollte zudem über ein gewisses Maß an Kreativität verfügen und auch mal Querdenker sein.

Haben sich Ihre Erwartungen an den Beruf erfüllt?

MB: Ja absolut, da schließe ich mich meinem Kollegen an. Ich kann beim besten Willen nicht behaupten, dass mein Beruf keinen Spaß macht. Ich arbeite mit spannenden Inhalten und mit Menschen, zu denen ich ein vertrauensvolles Verhältnis aufbaue. Auch ist es sehr interessant, verschiedene Firmen kennenzulernen. Darüber hinaus gefällt mir, als Selbstständiger große Entscheidungsspielräume zu haben, aber auch, in der Verantwortung für meine Mandanten zu stehen.

Welchen Leitlinien fühlen Sie sich verpflichtet?

MB: Leitlinie meines Handelns ist es, die Interessen meiner Mandanten optimal zu vertreten, indem ich die Möglichkeiten des deutschen Steuerrechts bestmöglich ausschöpfe. 
PK: Hier stimme ich meinem Kollegen natürlich voll und ganz zu. Uns ist aber auch wichtig, einen Dialog mit unseren Mandanten zu führen, um beraten zu können und nicht nur Zahlen in Formulare einzutragen. In vielen Fällen verstehen wir uns als externe Steuerabteilung des Mandanten, auf die man sich verlassen kann und die unaufgefordert für den Mandanten mitdenkt und seine Interessen wahrt. Gerade auch gestaltend und vor allem im Vorwege.

Wann ist die Kooperation von Anwälten und Steuerberatern sinnvoll?

MB: Immer dann, wenn es um gesellschaftsrechtliche Belange geht. Dazu zählen Veränderungen in der Unternehmensstruktur, Unternehmenskäufe oder -verkäufe und Gesellschafterwechsel. Hier gibt es eine große Schnittmenge an Themen aus dem Zivil- und dem Steuerrecht und es muss interdisziplinär kooperiert werden. Einerseits weil die jeweiligen Zuständigkeiten gesetzlich geregelt sind. Andererseits können optimale Lösungen nur im Zusammenspiel von Anwälten und Steuerberatern erarbeitet und umgesetzt werden. 
PK: In Anbetracht der zunehmenden Komplexität der Rechtslage, schätzen wir uns sehr glücklich, in unserer Kanzleigemeinschaft auch auf anwaltliche Kompetenzen zurückgreifen zu können. Durch unsere Kooperation mit Ralf Harder, Rechtsanwalt und Steuerberater, können wir unseren Mandanten umfassende Lösungen aus einer Hand anbieten.

Welche Aufgaben werden in Zukunft noch größere Bedeutung für Steuerberater haben?

PK: Immer wichtiger wird die Fähigkeit werden, komplexe und teils wenig durchsichtige Vorschriften und Strukturen in klare, verständliche und praktikable Wege für den Mandanten umzusetzen. Steuerberater werden auch gefordert sein, in größeren Zusammenhängen zu denken, um beispielsweise auch internationale Verflechtungen in einen Beratungsansatz mit einbeziehen zu können. Es wird nicht mehr ausreichen, ein Problem als einzelnen Aspekt zu betrachten. Eine Lösung wird im Gesamtzusammenhang erfolgen müssen um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Eben mit dem berühmten Blick „über den Tellerrand“.

Zum Schluss eine private Frage: Wenn ich nicht Steuerberater geworden wäre, wäre ich ... geworden.

MB: Musiker – Gitarre und Gesang. Wegen der Beatles. 
PK: Kapitän auf einem Hafenschlepper.

Vielen Dank für das Gespräch!